AKTIONSBÜNDNIS

Riskanter Konsum in Delmenhorst

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Riskanter Konsum

Der übermäßige Alkoholkonsum ist weltweit einer der wichtigsten Risikofaktoren für das frühzeitige Versterben und die Entstehung einer Vielzahl an Krankheitsbildern (HBSC-Team Deutschland, 2012). Deutschland zählt weltweit nach wie vor zu den Hochkonsumländern in Bezug auf Alkohol und lag im letzten Berichtszeitraum der OECD 2016 in Bezug auf den geschätzten Alkoholkonsum pro Kopf der Bevölkerung im Alter von 15 oder mehr Jahren auf Rang 11 unter den EU Ländern. Hiernach lag der jährliche Verbrauch je Einwohner an Reinalkohol 2017 bei 9,6 Liter. Seit 1980 zeigt sich in den Erhebungen eine sinkende Tendenz des Pro-Kopf-Verbrauchs an Alkohol (DHS, 2017).

In Deutschland weisen rund 18% der Männer und 14% der Frauen einen riskanten Alkoholkonsum auf (Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, 2019). 2012 starben in Deutschland rund 21.000 Menschen im Alter von 15 bis 64 (ca. 16.000 Männer und 5.000 Frauen) an Erkrankungen, die entweder ausschließlich auf Alkohol zurückzuführen sind oder für die der Alkoholkonsum einen Risikofaktor darstellt (ebd.). Zudem werden 12,8% aller durch Behinderung, Verletzung oder Krankheiten verlorenen oder beeinträchtigten Lebensjahre bei Männern durch Alkoholkonsum verursacht. Die volkswirtschaftlichen Kosten, die durch die alkoholassoziierten Erkrankungen im Jahr 2017 entstanden sind, wurden auf 40 Mrd. € geschätzt (DHS, 2017).

"Es gibt [...] keinen risikolosen Alkoholkonsum. An den Folgen des Alkoholkonsums allein oder in Kombination mit dem Rauchen sterben in Deutschland jährlich 74.000 Menschen! Grenzwerte für einen relativ risikoarmen Konsum sind ca. 12 g reiner Alkohol/Tag für Frauen und 24 g/Tag für Männer. Ein kleines Glas Bier (0,3) enthält ungefähr 13 g reinen Alkohol, ein Glas Wein (0,2) ungefähr 16 g. Dies gilt jedoch nur für gesunde Erwachsene" (DHS, 2013).

Insbesondere im Jugendalter kommen bezogen auf den Alkoholkonsum, Risiken hinzu, die über die direkte Schädigung der Gesundheit hinausgehen. So ist die häufigste Todesursache unter Jugendlichen der Verkehrsunfall. Diese stehen zu einem Drittel im Zusammenhang mit Alkoholkonsum. Jugendliche mit episodischem exzessivem Alkoholkonsum („binge drinking“) fahren häufiger alkoholisiert Auto oder steigen fahrlässig zu alkoholisierten Fahrern ins Auto ein. Das „binge drinking“ erhöht zudem im Zusammenhang mit psychischen Störungen, wie Depressionen auch das Risiko für Suizidversuche (Stolle, Sack, & Thomasius, 2009). Eine frühe sexuelle Aktivität und damit die Rate ungewollter Schwangerschaften, Geschlechtskrankheiten und Unfruchtbarkeit sind ebenfalls mit dem „binge drinking“ assoziiert. Das Risiko einer ungewollten sexuellen Aktivität unter den weiblichen Jugendlichen steigt mit dem „binge drinking“ um etwa das Dreifache an (Stolle, Sack, & Thomasius, 2009). Beim Rauschtrinken nimmt Deutschland den fünfthöchsten Rang unter den EU Ländern ein (OECD, 2016).

 

 

Quellen:

Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS). (2017). Jahrbuch Sucht 2017. Lengerich: Pabst.

Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS). (3. April 2013). Alkohol in Deutschland: Unterschätzt, verharmlost und ... außergewöhnlich schädlich! Pressemitteilung: Jahrbuch Sucht 2013.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung. (2019). Drogen- und Suchtbericht - 2019. Berlin.

HBSC-Team Deutschland. (2012). Studie Health Behaviour in School-aged Children - Faktenblatt "Methodik der HBSC-Studie". Bielefeld: WHO Collaborating Centre for Child and Adolescent Health Promotion.

OECD (2016) Health at glance: Europe 2016. Zitiert nach Jahrbuch Sucht 2017 (DHS, 2017).

Stolle, M., Sack, P.M., & Thomasius, R. (8. Mai 2009). Rauschtrinken im Kindes- und Jugendalter. Deutsches Ärzteblatt, Jg. 106, 19, S. 323-328. "

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